Ruhe und Ordnung

Eigentlich wollte ich am 18. Mai 2012 in Frankfurt ins Jüdische Museum gehen. Die neue Wechselausstellung “Gegen den Strom – Solidarität und Hilfe für verfolgte Juden in Frankfurt und Hessen” (Presseankündigung als PDF) interessierte mich, sodass ich Mitte April Bahntickets und Übernachtung buchte. Eine gute Woche vor meiner Anreise stellte ich fest, dass zeitgleich “Blockupy Frankfurt” stattfinden sollte. Die Stadt Frankfurt hatte sich allerdings zusammen mit der Polizei dafür entschieden, alle Versammlungen zu verbieten. Darüber wurde bei Facebook diskutiert. Ich stellte in meinen Beiträgen heraus, dass ich von Demonstranten erwarte, Gewalt gegen Sachen und Personen aus ihren Reihen kompromisslos zu unterbinden. Ich hatte die Gewaltausbrüche vom 31. März 2012 im Kopf. Damals hatten Linksextremisten zahlreiche Schaufensterscheiben zerstört sowie Polizisten und Geschäftsinhaber angegriffen. Mit anderen Worten: Das Recht auf Versammlungsfreiheit wurde missbraucht, um kriminelle Taten zu begeben. Ich hatte deshalb Verständnis dafür, dass die staatlichen Stellen keine Wiederholung wünschten und Maßnahmen ergriffen.

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Schöne Sätze, die ich irgendwann auch mal sagen möchte (1)

“Aber man nimmt auch in diesen Fällen den dezenten Eifer, den er an den Tag legt, und die schöne Pose der Dezidiertheit gerührt zur Kenntnis.”

Thomas Sprecher in seiner Rezension des Buches “Jeroen van Rooijen: Hat das Stil?” in “Schweizer Monat”, November 2011.

Die Israelhasserin aus Gadderbaum

Annette Groth ist von Beruf Entwicklungssoziologin und Bundestagsabgeordnete. Ihre Berufung aber ist der Hass auf Israel und die Zerstörung des jüdischen Staates. Wer dachte, die Abgeordnete hätte sich im Mai 2010 aus Versehen auf die Schiffe der Gaza-Flotille verirrt, wird in diesen Tagen eines besseren belehrt. Denn Groth ruft erneut zu einer riskanten Aktion gegen Israel auf, zum “Globalen Marsch nach Jerusalem”, geplant für den 30. März 2012. Eine, wie die FAZ am 28. März 2012 berichtet, “islamische Aktion in säkularer Tarnfarbe”. Groth war nach ihrer Rückkehr von der Gaza-Flotille kritisiert worden, weil sie sich mit Islamisten und Rechtsextremisten buchstäblich ins gleiche Boot gesetzt hatte. Selbst die taz machte “zweifelhafte Passagiere” aus. Antikriegs-Annette hatte vermutlich häufiger entschlossen weggeschaut. Schließlich galt es, die Reihen zu schließen gegen Israel.

Nun also ein neuer Anlauf. Das Logo des “Globalen Marsches” zeigt die Umrisse von Israel und den palästinensischen Gebieten in den Farben der palästinensischen Aktivisten. Das ist die Fantasie dieser Leute: Israel von der Landkarte zu streichen. Unterstützt wird der Marsch konsequenterweise nicht nur von den Deutschen Annette Groth, Norman Peach und Evelyn Hecht-Galinski, sondern auch von Religionsgelehrten aus dem Gaza-Streifen. Deren Aufruf, berichtet die FAZ, enthalte auch eine “eindeutige Aufforderung zum Dschihad”.

Es sollte sich bitte niemand wundern, warum die Protestnudel aus Gadderbaum nicht auch mal gepflegt und global nach Teheran marschiert, oder nach Damaskus oder Minsk. Dafür fehlt einfach die Passion, die gänzlich auf die Zerstörung Israels und die Erziehung der Juden gerichtet ist. Würde sich Groth ernsthaft für Menschenrechte interessieren, könnte sie sich nicht mehr mit Hamas-Anhängern zu antiisraelischen Feierstunden treffen. Aber das wäre vermutlich ein zu herber Verlust an Lebensqualität für unsere Vorzeigepazifistin. In der Familie soll man ja auch nicht zu viel über Politik sprechen.

Die fröhliche Klugscheißer-Parade

Preisfrage: Was unterscheidet einen Klugscheißer von Nahost-Experte Michael Lüders? Beantworten Sie die Frage bitte anhand des jüngsten Interviews von Lüders auf tagesschau.de. Wer einen Unterschied schlüssig nachweist, bekommt die Kursgebühren erstattet und eine kostenlose Selbstschussanlage der Marke “Junge Welt”.

Wenn Ihnen jetzt spontan kein Unterschied einfällt, könnte es daran liegen, dass es keinen gibt. Man muss auch nicht unbedingt auseinanderhalten, was zusammen gehört. Heben Sie sich Ihr Unterscheidungsvermögen für wichtigere Fälle auf. Zum Beispiel für Roman Nitz. Das ist ein Facebook-Nutzer, der wie Michael Lüders ganz genau weiß, wie der Hase läuft:

“Israel scheint sich jenseits jeder Kritisierbarkeit zu wähnen, sonst wird der gefürchtete “Anti-Semitismus” Joker gezogen. Ich finde, die benehmen sich politisch wie ein verzogenes Kind, das zwar liebevoll aber bestimmt in seine Grenzen gewiesen gehört. (…) Ich habe Ahmedinedschad in einigen Interviews & Reden sprechen hören. Er ist nicht der wahnsinnige megalomane Killer, den die Medien uns (perfide genug) zu verkaufen versuchen, sondern ein relativ vernünftiger & friedlicher Mensch mit kontroversen polarisierenden Ansichten. (…) In Bezug auf seine sogenannte Holocaust-Leugnung habe ich ihn noch keine reissende Rede schwingen hören, dafür aber intelligente Fragen stellen. Ich halte diese Vorwürfe an ihn für billige Polemik, um ein unanfechtbares Feindbild zu generieren. (…)”

Das von Antisemitismus durchtränkte Youtube-Video unter dem Titel “Der iranische Präsident zum DEUTSCHEN VOLK” verbreitete er auf seiner Facebook-Pinnwand mit dem Zusatz: “finde ich sehr interessant. Ich will hiermit nichts bestimmtes sagen. Jeder möge sich seine eigenen Gedanken machen. (…)” Unter den 46 Videos des Anbieters “DerVolksFunk2011″ befinden sich auch Reden von Adolf Hitler und des Holocaust-Leugners Ernst Zündel.

Kotzen wäre die angemessene Antwort auf derart ekelhaften Scheiß. Fitness-Coach Nitz leugnet die aggressiv antisemitische Rhetorik des iranischen Präsidenten, bezeichnet dessen Holocaust-Leugnung als “intelligente Fragen” und interessiert sich darüber hinaus offenbar auch nicht dafür, dass Ahmadinedschad seine eigene Bevölkerung einsperren, foltern und ermorden lässt (wenn sie ihm im Weg steht). Gleich mit seinem ersten Satz versucht er außerdem, sich gegen einen Vorwurf zu immunisieren, der, an seine Adresse gerichtet, womöglich sogar angebracht wäre.

Wer den jüdischen Staat als “verzogenes Kind” bezeichnet, einen üblen und mörderischen Antisemiten “relativ vernünftig und friedlich” nennt und anschließend wieder “interessante” Nazi-Channels auf Youtube schaut, der hat sich den Vorwurf eigentlich redlich verdient.

Und jetzt ist Ihr Unterscheidungsvermögen gefragt: Was unterscheidet Roman Nitz von einem Antisemiten? Beantworten Sie die Frage bitte anhand der jüngsten Äußerungen von Roman Nitz auf Facebook. Wenn Sie einen Unterschied schlüssig nachweisen, wird Ihre Antwort auf diesem Blog veröffentlicht und Sie bekommen ein Erdbeer-Eis.

Quittungsnummer 06090517593517073113717280

Ich habe am 5. September 2006 um 11.36  Uhr einen Einkauf für 1,75 Euro im Kaufhof getätigt, siehe Quittungsnummer 4300095. Dafür habe ich zwei Payback-Punkte bekommen, das sind umgerechnet zwei Cent. Mit diesem Eintrag beginnt die “Einzeltransaktionsliste”, die Payback mir zugeschickt hat, weil ich einen Antrag auf Auskunftserteilung nach Paragraf 34 des Datenschutzgesetzes gestellt habe. Um 17:59 Uhr habe ich für zehn Euro bei Aral getankt. Das belegt Quittung 06090517593517073113717280. Es folgen rund 420 weitere Einträge dieser Art. Zu jedem Einkauf, mit dem ich Punkte sammelte, gibt es nun einen Eintrag auf den Festplatten der Payback GmbH. Und das, obwohl ich dachte, dass ich genau das verboten hatte bei meiner Anmeldung.

Es ist ein ganz heilsamer Schock, so eine detaillierte, 12-seitige Liste mal vor sich auf dem Tisch liegen zu haben. Ich kann nur empfehlen: Investieren Sie die 55 Cent und fordern Sie Payback schriftlich zu einer kostenlosen Auskunftserteilung gemäß § 34 BDSG auf (Payback Service Center, Postfach 23 21 02, 85330 München-Flughafen). Vielleicht greifen Sie ja anschließend wie ich beherzt zur Schere und verzichten künftig auf den Rabatt dieser Datenkrake. Er beträgt laut Untersuchungen ohnehin nur 0,5 bis vier Prozent. Das ist es einfach nicht wert.

Gemeinsam und frei

„In meinem Land muss sich jeder frei entfalten können, unabhängig von Nationalität, Migrationshintergrund, Hautfarbe, Religion, Behinderung, Geschlecht oder sexueller Orientierung.“ (Semiya Simsek)

Es gibt kaum etwas hinzuzufügen zu den klugen Worten, mit denen sich Semiya Simsek am 23. Februar 2012 in Berlin an die Gäste des Staatsaktes für die Opfer der rechtsextremistischen Mörder wandte. Vor über elf Jahren wurde der Vater der heute 25-Jährigen von Rechtsterroristen ermordet. „Ich habe meine Vater verloren, wir haben unseren Familienangehörigen verloren“, sagte sie. „Lasst uns verhindern, dass das auch anderen Familien passiert. Wir alle, gemeinsam, zusammen. Nur das kann die Lösung sein.“

Vor diesen verbindlichen und verbindenden Worten hatte Simsek berichtet, wie bedrückend es war, dass die Behörden stets Angehörige ihrer Familie der Tat verdächtigten. Es wäre verständlich gewesen, hätte sich Semiya Simsek von dieser Gesellschaft abgewandt. Und ja, Ermittlungspannen, Vorwürfe und Grobheiten haben sich in ihre Erinnerung eingegraben, wie sollte es anders sein. Die berührende Rede in Berlin aber machte greifbar, für welches Prinzip sich Semiya Simsek entschieden hat – das der Verantwortung. „Wir alle, gemeinsam, zusammen“, wünscht sie sich, sollen verhindern, dass Neonazis wieder morden.

Mehr noch: Ein Land der freien Entfaltung eines jeden wünschte Semiya Simsek sich, „unabhängig von Nationalität, Migrationshintergrund, Hautfarbe, Religion, Behinderung, Geschlecht oder sexueller Orientierung“. So hat Simsek die beiden Prinzipien offenbar beherzigt, die unser künftiger Bundespräsident Joachim Gauck für die wichtigsten hält: Freiheit und Verantwortung. Sich gegenseitig bedingend, unabänderlich wertvoll – und Aufgabe für jeden neuen Tag.

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Dresden: Polizei leugnet Prügel-Attacke von Vermummten auf Café-Gäste

Kurz vor Beginn der Demonstrationen gegen Neonazis am 18. Februar 2012 in Dresden haben in der Altstadt rund 20 Vermummte ein Café gestürmt und auf Gäste eingeprügelt. Die dunkel gekleideten Täter stürmten in die erste Etage des Cafés und attackierten dort sitzende Gäste. Anschließend traten die Angreifer die Flucht an. Dabei teilten sie sich in mehrere Gruppen und wechselten zum Teil die Kleidung, was darauf hindeutet, dass die Tat geplant gewesen sein könnte. Welchen Hintergrund die Tat hatte, war nicht zu erkennen. Die Polizei Dresden informierte die Öffentlichkeit um 10.30 Uhr mit einer kurzen Meldung im eigens für den 18. Februar 2012 eingerichteten Ticker: “Gegen 10.20 Uhr gingen bei der Dresdner Polizei Meldungen zu einem Überfall auf ein Café im Bereich Altmarkt ein. Dieser Überfall bestätigte sich nicht.”

Auf meine Anfrage zu dem Angriff wiederholte die Polizei die falsche Darstellung. Ich insistierte daraufhin per E-Mail als Zeuge des Vorfalls, dass die Pressestelle bitte erneut recherchieren möge – darauf bekam ich keine Antwort. Auch eine spätere E-Mail, mit der ich auf die unkorrekte Ticker-Meldung aufmerksam machte, wurde nicht mehr beantwortet. Ich habe deshalb den Pressesprecher am Abend des 18. Februar 2012 selbst noch einmal angerufen. Er ließ mich wissen, die Darstellung sei abschließend gewesen.

Der Pressesprecher zog sich, als ich mich damit nicht zufrieden gab, darauf zurück, dass 1.600 Beamte im Einsatz seien und man nicht so schnell und genau nachvollziehen könne, was womöglich passiert sei. Nach seinen Erkenntnissen sei lediglich ein Glas zu Bruch gegangen, den von mir in meiner Anfragen an die Polizei beschriebenen Angriff habe es jedenfalls nicht gegeben.

Die Polizei gibt also eine Information, die Beamte vor Ort aufgenommen haben, nicht nur nicht weiter – sie behauptet sogar die Unwahrheit. Das ist für einen Tag wie den 18. Februar 2012 in Dresden schon bemerkenswert. Im Kontext politischer Großdemonstrationen stürmt eine Gruppe Vermummter ein Café und verprügelt Gäste – und die Polizei sagt anschließend: Da war nichts. Ein Journalist fragt nach Details, eine ganze Café-Belegschaft hat den Angriff erlebt – die Polizei bleibt dabei: Da war nichts.

Es fällt mir schwer, eine solche Dreistigkeit zu interpretieren.

Kein Humor ist auch keine Lösung

Der jüngste “TV-Skandal” lässt sich in einer Schlagzeile zusammenfassen: Ausländervertreter finden humorfreie Büttenrede überhaupt nicht lustig. Das klingt wenig spektakulär. Dennoch berichteten von lokalen Anzeigenblättern wie dem Extra Tip in Kassel bis hin zu BILD und Frankfurter Rundschau zahlreiche Medien über eine TV-Büttenrede und das anschließende Empörungsritual.

Was war passiert? Die Zahnärztin Dr. Patricia Lowin war in der am 2. Februar 2012 im Ersten ausgestrahlten Sendung “Frankfurt Helau” als “Türkin Ayse” aufgetreten – in einem türkisen Minirock. “Guten Abend, liebe Zuschauer, hier bei Döner-TV”, lauteten die ersten Worte der Fachzahnärztin für Oralchirurgie. Das deutete bereits an: Die Witzigkeit kennt bei dieser Zahnfee ziemlich enge Grenzen. “Isch bin gratinierte, äh, integrierte Ayse” etwa dürfte als einer der lustigsten Momente der Büttenrede gelten.

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Die Japanerin und der Pionier bei tegut

Ausschnitt aus dem tegut-Prospekt vom 31. Dezember 2011

 

Zeitungen und Werbeblättchen sind manchmal sehr lustig. Herzlich gelacht habe ich zum Beispiel heute über ein Foto auf Seite 3 der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Es zeigt eine Halle in Koriyama, Japan, im Juni 2011. In dem Artikel „Ein Land will vergessen“ geht es um die Frage, wie die Japaner mit dem Atomunfall in Fukushima umgehen. Das Foto läuft über fünf Spalten, was für die FAZ schon großes Kino ist. Die Bildunterschrift lautet: „Auch drei Monate nach der Katastrophe gehört die Abwesenheit von Privatsphäre in Notunterkünften noch zum traurigen Alltag vieler Japaner“.

Der Clou: Der Fotograf hat eine Frau abgebildet, die in ihrer nur von Pappwänden gegen die Blicke Fremder geschützen Parzelle in einer Halle liegt und schläft. Man sieht Decken, Kleidungsstücke, Kartons – und das alles aus der Vogelperspektive. Hier wird also die „Abwesenheit von Privatsphäre“ abgebildet durch die Verletzung der Privatsphäre. Mag sein, dass auch der herkömmliche Passant in die Pappwohnung von Frau Musterjapanerin hineinschauen kann. Dass sie nun schlafender- und unbekannterweise der ganzen Welt vorgestellt wird, ist allerdings der Verdienst des Agenturfotografen.

Das geht in Ordnung, denn Medien müssen abbilden. Auch Kriege und Katastrophen und unsägliches menschliches Leid. Anders können Informationen offenbar nicht in die Gehirne der breiten Masse vordringen – wir brauchen Bilder, um zu verstehen. Dennoch liegt eine gewisse Ironie in der Fotoberichterstattung über ein Phänomen, das man durch die Berichterstattung gleichzeitig graduell verschlimmert. Darüber konnte, musste und wollte ich lachen. (weiterlesen …)

Abschied in Prag: Děkuji, Václav Havel.

Děkuji = tschechisch, Bedeutung: “Danke”

 

“Die Herrscher behaupten gern, dass sie sich ihrem schweren Amt opfern, aber es ist meistens nur eine Zwecklüge. Dir habe ich es geglaubt.”

(Pavel Kohout, Schriftsteller und Wegbegleiter Havels, am 22. Dezember 2011
in der Wochenzeitung “Die Zeit”)


Kurz bevor die Sirenen ertönen
schiebt sich eine Mutter mit Kind und Einkaufstasche in die erste Reihe der Trauernden. In der Hand hält sie eine Kerze. Sie kniet sich zu den unzähligen Grableuchten und Teelichtern zu ihren Füßen. Das Kind stützt sich auf ihrer Schulter ab und beobachtet, wie seine Mutter ein Streichholz entzündet und damit die mitgebrachte Kerze zum Leuchten bringt.

Mitten auf dem Wenzelsplatz in Prag haben sich hunderte Menschen versammelt, um den verstorbenen Václav Havel zu ehren. An diesem Freitag vor Weihnachten ist für 12 Uhr eine Schweigeminute angekündigt. Wie viele andere komme ich etwas früher auf den Platz, zünde eine Kerze an und betrachte die vielen Blumen und Grableuchten. Ein paar verwunderte Blicke habe ich geerntet, als ich ankündigte, kurz vor Weihnachten nach Prag zu fahren, um dem Gefängnisinsassen, Dichter und Präsidenten Václav Havel meine Ehre zu erweisen.

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